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Ungewöhnliche Rituale auf einer Baustelle

Beim Bau des Balinesischen Gartens staunte ich nicht schlecht. Aber lest selbst!

Hallo meine Lieben, heute geht unsere Reise nach Bali – auf dem Globus liegt diese kleine, zu Indonesien gehörende Insel im Indischen Ozean. In den Gärten der Welt findet ihr den Balinesischen Garten in unserem 12 Meter hohen Glashaus, das zur IGA Berlin 2017 ganz neu errichtet wurde. Der Balinesische Garten ist mit seinen rund 600 Quadratmetern unser kleinster Garten und hat seine ganz eigene Geschichte.

Die Idee zum balinesischen „Garten der drei Harmonien“ ist im Rahmen einer Städtepartnerschaft mit der Hauptstadt Indonesiens, Jakarta, entstanden und ich hatte sogar das Glück nach Bali zu reisen, um das Projekt und die Realisierung zu besprechen.

Als Mitte September 2003 die balinesischen Spezialisten in Berlin anreisten und ihre Arbeit im Gewächshaus aufnahmen, stellten sie als erstes einen Gebetsschrein mitten auf die Baustelle. Das war schon ein sehr außergewöhnliches Bild. Inmitten von Baggern und Werkzeugen stand auf einer Schotterfläche urplötzlich ein ca. 1,50 Meter hoher Bambusstab, der am oberen Ende einen großen Korb trug. In diesem wurden täglich Früchte, Blumen, Räucherstäbchen und sonstige Opfergaben ausgelegt. Für die Balinesen war es ganz wichtig, die Götter des Himmels und die Dämonen der Erde im Gleichklang zu halten, um harmonisch miteinander arbeiten zu können. Tatsächlich strahlte diese positive Atmosphäre auch auf mich und alle anderen Beteiligten aus: Die gesamte Bauzeit verlief sehr harmonisch und war durch das Leben der Balinesen geprägt. Sie strahlten Fröhlichkeit und Ausgeglichenheit aus, stets war es laut und bunt und ich kann mich an kein gereiztes Wort erinnern. Ach doch, eines behagte den Balinesen gar nicht: Das Wetter. Selbst an schönsten Herbsttagen arbeiteten sie mit Mützen und manchmal sogar mit Handschuhen – und das im sommerlich warmen Gewächshaus mit ca. 24 Grad Celsius.

Deine Beate Reuber

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