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Jüdischer Garten

Begegnung im Grünen

Die Darstellung kultureller und religiöser Vielfalt in den Gärten der Welt wird ab dem Frühjahr 2021 um ein wesentliches Element erweitert. Seit Herbst 2019 entsteht auf einer Fläche von ca. 2.000 Quadratmetern mit Blickbeziehung zum benachbarten Christlichen Garten ein Jüdischer Garten. Er wird die bereits vorhandenen Themengärten ergänzen und als landschaftsarchitektonisch-künstlerischer Beitrag die Darstellung der großen Weltreligionen und Weltanschauungen, insbesondere der monotheistischen Religionen, vervollständigen. Auf vordergründige Symbolik oder Glaubensinschriften wird in der Gestaltung des Jüdischen Gartens bewusst verzichtet.

Nutz- und Zierpflanzen, die zum jüdischen Leben gehören, werden durch eine begleitende Recherche erforscht und im Garten angebaut. Dazu gehören z. B. Obstbäume, Feigen, Mandeln, Magnolien, Kastanien und Ulmen. Die ausgewählten Pflanzen sind bekannt aus Novellen, Gedichten, Kurzgeschichten, Essays und Briefen jüdischer und dem Judentum nahestehender Autor*innen. Zwei skulpturale Pavillons bieten Gelegenheit zum Ausruhen und können als Orte des Austausches genutzt werden. Infoveranstaltungen zur jüdischen Kultur sind im Rahmen eines Vermittlungskonzepts geplant. Auch Feste des jüdischen Jahreskalenders können hier gefeiert werden.

Grundsteinlegung für den Jüdischen Garten

Am 24. Oktober 2019 wurde in einer feierlichen Zeremonie der Grundstein gelegt. Nach den Ansprachen u.a. von Senatorin Regine Günther, der Parlamentarischen Staatssekretärin und Vorsitzenden des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Rita Schwarzelühr-Sutter und Ilan Kiesling, Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin befüllten die Redner*innen eine Kapsel mit persönlich ausgewählten Zeitdokumenten, die in den Grundstein versenkt wurde. Das von Rabbiner Prof. Dr. Nachama gesprochene Gebet unterstrich den feierlichen Rahmen.

Der Werdegang

Der Jüdische Garten wird prozesshaft gebaut. Zunächst entsteht die Grundstruktur des Gartens, bestehend aus Wege- und Platzflächen, Skulpturen und Gehölzen. Nach der Eröffnung des Gartens wird die weitere Bepflanzung und Ausgestaltung im Rahmen von Pflanzaktionen mit dem Umweltbildungszentrum vorgenommen. Diese Pflanzungen werden das Sortiment ergänzen und weitere Aspekte des jüdischen Naturverständnisses aufzeigen. Ein vielfältiges Vermittlungskonzept begleitet die Aktionen.

Die Anlage des Gartens begann mit dem Bau des Wegenetzes, in das Platzflächen und Felder unterschiedlicher Größe und Form eingebettet wurden. Das Wegenetz gliedert den Garten, es symbolisiert aber auch die Jüdische Diaspora (Zerstreuung über die Welt):

Ende 2020 wurden die raumbildenden Gehölze, darunter Obstbäume, wie Apfel, Birne, Mandel und Kirsche gepflanzt. Gleichzeitig entstanden die skulpturalen Pavillons des Künstlers Manfred Pernice, die an Ort und Stelle fertiggestellt wurden. Im Frühjahr 2021 folgt die Pflanzung von Sträuchern, Stauden, Einjährigen sowie Zwiebel- und Kletterpflanzen. Die Eröffnung des Jüdischen Gartens findet 2021 statt.

Von der Idee zur Umsetzung

Initiator für die Errichtung des Jüdischen Gartens war die Allianz Umweltstiftung, die bereits den Orientalischen Garten (2005) und den Christlichen Garten (2011) in den Gärten der Welt unterstützt hat.

Das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und die Grün Berlin GmbH, lobte 2018 in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen den "Künstlerisch-landschaftsplanerischen Gestaltungswettbewerb Jüdischer Garten in den Gärten der Welt, Berlin Marzahn-Hellersdorf" aus. Das Preisgericht tagte am 31. Oktober 2018 unter Vorsitz des Dresdner Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt und zeichnete die Arbeit des Teams atelier le balto Landschaftsarchitekten und der Künstler Manfred Pernice und Wilfried Kuehn mit dem ersten Preis aus. Der Wettbewerb ist auf der Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen dokumentiert.

Auf Empfehlung des Zentralrats der Juden in Deutschland wurden bereits im Vorfeld des Wettbewerbs verschiedene Repräsentanten des Jüdischen Kulturkreises in ein Expertengremium zur Beratung eingeladen. Dieses Gremium begleitete die Entwicklung der Aufgabenstellung sowie den gesamten Verlauf des Wettbewerbs und war auch in der Wettbewerbsjury vertreten.

Der Wettbewerb und die Realisierung werden durch das Land Berlin, die Allianz Umweltstiftung, die Axel Springer Stiftung sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Verantwortlich für die Umsetzung ist die Grün Berlin GmbH.

Daten & Fakten zum Jüdischen Garten

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